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Gern gesehen
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Na so was!

Luxus auf See
Vom 22. bis zum 25. September wird Monaco zum maritimen Hotspot der Extraklasse. Auf der Monaco Yachtshow präsentieren dann 500 internationale Aussteller die 100 prächtigsten Superyachten zwischen 25 und 90 Metern sowie die aktuellsten Neuerungen im Bereich Luxus. Das Veranstaltungsteam unterstützt zum 20. Jubiläum erstmals die Umweltstiftung von Fürst Albert II. von Monaco.


 

Heiß überm Colorado
Vom 21. bis 23. November feiert Yuma sein jährliches „Colorado River Crossing“ Heißluftballonfestival. Auch Ballonfahrer aus Europa reisen dazu an. Höhepunkt des Festivals ist das „Desert Baloon Glow“. Hier leuchten die angebundenen Heißluftballons im Yuma Desert Sun Baseball Stadium am Abendhimmel zum Rhythmus der Musik.


 
Randnotizen

Blaubeeren in Maine
Der US-Bundesstaat Maine ist besonders bekannt für seine wilden Blaubeeren. 99 Prozent der gesamten Blaubeer-Ernte Amerikas - 2008 rund 111.000 (!) Tonnen. Blaubeer-Pfannkuchen und –Muffins gehören zum typischen Neuengland-Frühstück. Im Cottage von „Nervous Nellie´s Jams“ können Besucher Blaubeerkuchen oder Muffins im Hofkaffee genießen und leckere Andenken wie Blaubeer-Chutney oder Marmelade für daheim erwerben.


 

Kultur in Texas
Pablo Picasso in San Antonio, Buddy Holly in Lubbock und die Cowgirls in Fort Worth: Der südliche US-Bundessaat überrascht mit mehr als 600 Museen, jeder Menge Kultureinrichtungen und bekannten wie unbekannten Kunstwerken. Dallas bietet mit seinem „Arts District“ den größten innerstädtischen Kunst- und Kulturbezirk der USA.


 
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Unsere Reihe über Reisebuchautoren

Unsere Reiselust wecken Menschen, die über Gegenden erzählen, von denen wir sonst nichts wüssten. Zum Beispiel Autoren, die sich für uns Gedanken darüber machen, warum es Spaß macht, nach China, USA, Mallorca, in den Schwarzwald oder sonst wohin zu fahren. Wie diese Autoren sich unseren Appetit für ein Gebiet erarbeiten, wissen wir in der Regel nicht. Globalscout ändert das. Mit Berichten von und über Reisejournalisten aus aller Welt.


Deutschland - Warum sich alle Welt bewegt

Seine journalistischen Vorbilder sind der britische Reiseschriftsteller Bruce Chatwin mit seinen Gedanken über den Zusammenhang von physischer und geistiger Mobilität und Douglas Adams ("Per Anahlter durch die Galaxis") mit seinem feinsinnigen Humor. Der schweizer Journalist Erwin Koch inspirierte ihn mit seiner stilistischen Experimentierfreude. Michael Gleich wurde vielfach ausgezeichnet für seine journalistischen Arbeiten - und sein Engagement für Kultur, Umwelt und Frieden.


Michael Gleich - Reporter auf der Suche nach Lösungen

Michael Gleich - als Journalist weltweit unterwegsPeter Kensok: Du bist mal Journalist, mal Moderator - aber auch Vernetzer und Gründer der Stiftungen Peace Counts, Nature Counts und Culture Counts. Was haben diese Tätigkeiten gemeinsam?

Michael Gleich: Ich suchte Antworten darauf, „warum sich alle Welt bewegt“. Als Freier Journalist habe ich die Möglichkeit, immer wieder neue Themen anzugehen, die mich auf unbekanntes Terrain führen. Das ist wie ein lebenslanges Studium.

P. K.: Was hat dich bewogen, gerade diesen Beruf zu ergreifen?

Michael Gleich: Mein Vater hat diese Neugier auf die Ferne, auf das Unbekannte in mir geweckt. Als ich später Reporter für „natur“ und GEO wurde, erschien mir das wie ein Geschenk: Ich werde dafür bezahlt, Erfahrungen machen zu dürfen, die meinen Horizont erweitern. Kein Wunder, dass ich mein erstes Buch über das Thema Mobilität geschrieben habe.

P. K. Warum setzt du dich gerade mit Themen in Konfliktgebieten auseinander?

Michael Gleich: Ich habe mich nie damit zufrieden gegeben, Missstände aufzuzeigen. Mich interessieren Menschen, die sich auf den beschwerlichen Weg machen, um Lösungen für Probleme zu finden. Sei es für Gewaltkonflikte, Umweltzerstörung oder für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Das sind die Themen der drei Multimediaprojekte Peace Counts, Nature Counts und Culture Counts.

Gute Gründe für Zuversicht

Ich nenne die Haltung, mit der unser Netzwerk vorgeht, „konstruktiven Journalismus“. Wir recherchieren unabhängig und konzentrieren uns darauf, Lösungen, Modelle und Vorbilder vorzustellen. Ich tue das, weil ich wie vermutlich alle Menschen gerne ein paar gute Gründe für Zuversicht habe.

P. K.: Welche Eigenschaften helfen dir dabei besonders?

Michael Gleich: Ich habe auf keinem Gebiet eine Spitzenbegabung, aber eine große Breite an Fähigkeiten: recherchieren, organisieren, vortragen, moderieren, visuell gestalten - auch da spüre ich meine Freude an Vielfalt. Mein Talent, Dinge zu strukturieren, hilft mir sehr dabei, unsere Counts-Projekte zu managen. Dazu gehören auch Dinge wie Anträge schreiben oder Budgets zu verwalten, die, sagen wir mal, eine sehr eigene Art von Kreativität erfordern.

P. K.: Was waren deine nachhaltigsten Begegnungen auf deinen Reisen?

Michael Gleich: Das ist schwer zu beantworten. Vielleicht der Abt von Jerusalem, der Palästinenser und Israelis zusammenbringt, ein kraftvoller Mann mit großem Herzen. Oder die beiden ehemaligen Terroristen in Nordirland, beide schwere Jungs, die irgendwann eingesehen haben, dass ihr Kriegertum sie immer wieder in die Sackgasse bringt. Oder Imam Ashafa und Pastor James, die ich gerade im Norden Nigerias besucht habe. Sie haben nicht nur feindlichen Lagern angehört, sondern als christlicher und als muslimischer Milizionär auch persönlich gegeneinander gekämpft. Und dann hatten sie den Mut, ihren Hass loszulassen, sich behutsam anzunähern und heute sogar gemeinsam für den Frieden zwischen den beiden Lagern zu arbeiten. Solche Menschen sind wie lebende Kraftfelder, die mich aufladen und inspirieren.

P. K.: In welche „Fettnäpfchen“ bist du getreten, weil du die kulturellen Begebenheiten unterschätzt oder missverstanden hast?

Michael Gleich: Alles was wir sehr vereinfachend als „Korruption“ bezeichnen, finde ich schwierig zu verstehen. Korruption zersetzt demokratische Strukturen, sicher, aber ich war zu oft zu schnell mit einer Verurteilung zur Hand. In vielen Ländern gehören gegenseitige Gefälligkeiten – die auch wir kennen, sonst gäbe es den Begriff Vetternwirtschaft nicht – einfach zur Kultur. Manchmal stand ich mit beiden Beinen im Fettnapf, weil ich besonders moralisch sein wollte, manchmal, weil ich mich besser standhaft geweigert hätte.

P.K.: Wieviel Kontakt hast du tatsächlich zu deinen Lesern?

Michael Gleich: Das ist ein wenig paradox: Als wir eine 15seitige Reportage über Peace Counts im „stern“ hatten – immerhin mit rund einer Million Auflage – haben wir daraufhin keinen einzigen Leserbrief bekommen. Und dann lädt mich, sagen wir: Pax Christi in Augsburg zu einem Vortrag ein, und auf einen Schlag habe ich anregende Diskussionen mit 40 Lesern.

Persönlicher Kontakt zum Leser gewünscht

Mein Eindruck ist, dass die Wirkung von Veröffentlichungen in Massenpublikationen überschätzt und die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht unterschätzt wird. Persönlich jedenfalls finde ich letztere viel wichtiger, um ein Feedback zu bekommen. Von vielen Kolleginnen und Kollegen weiß ich, dass sie es unbefriedigend finden, gleichsam in ein schwarzes Loch hinein zu publizieren.

P.K. Du hast zahlreiche Journalistenpreise bekommen, wurdest für das „Wissenschaftsbuch des Jahres“ ausgezeichnet und schließlich zum Ashoka Fellow auf Lebenszeit ernannt. Wie wichtig sind dir solche Ehrungen?

Michael Gleich: Ich war lange regelrecht süchtig nach solchen Lobpreisungen und bin in der Vergangenheit auch ziemlich damit verwöhnt worden. Und selbstverständlich freue ich mich auch heute noch über Wertschätzung jeder Art. Die nehme ich auch wahr, wenn jemand unsere Bücher kauft oder unsere Veranstaltungen besucht. Und es ist wunderschön, dass viele Friedensstifter, über die wir in den vergangenen sieben Jahren berichtet haben, durch uns bekannt wurden und deshalb von Stiftungen und Regierungen unterstützt werden.

In diesem Sinn ist mir wichtiger als wem meine Arbeit gefallen könnte, mich selbst anzuerkennen, mir selbst Wert zu geben und meiner inneren Stimme zu folgen, wenn es darum geht, etwas in die Welt zu bringen. Das ist eine heikle Balance, schließlich möchte ich von meiner publizistischer Arbeit ja auch leben. 

 

kanada - Indianer, Bären und Vulkane

Viele junge Journalisten würden gerne über die große, weite Welt schreiben. Ole Helmhausen (52) tut es. Leidenschaftlich, begeistert, immer auf der Suche nach dem besonderen Thema, der besonderen Begegnung in einem weiten Land. Der gebürtige Westfale aus Rheda-Wiedenbrück ist seit 20 Jahren einer der am meisten gelesenen Reisejournalisten für Kanada und die USA.

 

Ole Helmhausen schreibt seit 17 Jahren über Kanada

gs_olemitbuechernPeter Kensok: Warum ist gerade Kanada dein Lebensstil-Mittelpunkt geworden?

Ole Helmhausen: Es ist Kanada, weil ich hier meine jetzige Frau kennen gelernt habe. Wäre Danielle Amerikanerin gewesen, würde ich jetzt wahrscheinlich in Phönix, Los Angeles oder in New York sitzen.

P.K.: Was kannst du besonders gut?

Ole Helmhausen: Ich kann mich besonders gut intuitiv auf eine Geschichte einlassen. Ich kann gut recherchieren, denn das ist im Vorfeld unheimlich wichtig. Egal ob dein Interviewpartner in Oregon den Winter in einer Höhle überlebt hat, was völlig crazy ist. Oder ob er irgendein Wirtschaftsboss in Detroit ist. Du stellst eine Beziehung her, die über das Geschäftliche hinaus geht. Und je mehr du deine Gespräche vorbereitest, um so besser werden sie.

P.K.: Wie gehst du damit um, für deinen eher einzelgängerischen Job vergleichsweise wenig Anerkennung zu bekommen?

Ole Helmhausen: Feedback wäre für mich das bessere Wort. Und wenn es nur eine Zeile sein sollte, die mir zeigt, dass sich jemand irgendwie mit meiner Arbeit auseinandergesetzt und sie gelesen hat. Oft ist es leider anders: Du schreibst ein Buch und investierst darin nicht nur acht Stunden pro Tag, sondern richtig Lebenszeit. Du denkst weiter über dein Buch nach, wenn der Computer längst aus ist und nimmst deine Fragen mit ins Bett. Und am nächsten Morgen sind sie immer noch da.

Ein bisschen mehr Feedback darf's sein

Für einen 40.000-Zeichen-Report habe ich einmal drei Wochen täglich vorrecherchiert und Interviewpartner sondiert. Das ist hier nicht einfach, dies ist schließlich Kanada, und manchmal liegen zwischen den Gesprächspartnern 5.000 Kilometer und du kannst bis zuletzt nicht genau einschätzen, ob sich die Begegnung lohnt. Du gehst also viele Risiken ein, verbringst dort eine Woche, schleppst einen Fotografen mit. Und alles muss organisiert werden.

Dann bist du wieder zu Hause und schreibst, arbeitest dich ein in Vulkanologie, Geologie, in Seismologie und wie diese ganzen Logien heißen, um dieses Wissenschaftsdrama zu gestalten. Dann schickst du die Geschichte weg. Sie ist schließlich bestellt und vorbezahlt; du denkst dir, du hast noch nie eine so tolle Geschichte geschrieben. Und dann hörst du fast vier Monate lang nichts. Das absolute Minimum wäre: Herr Helmhausen, wir haben ihre Geschichte erhalten. Wir melden uns später wieder, da es im Moment nicht geht. Und selbst das ist oft nicht so.

P.K.: Bei dir kommt jedoch hinzu, dass du dir deine Geschichten auch körperlich erarbeitest …

Ole Helmhausen: Ein guter Journalist muss raus und körperlich zumindest so fit sein, dass ihn seine zwei Beine zum nächsten Termin tragen. Da ich meine Vulkan-Geschichte für ein Wissenschaftsmagazin nicht vergeigen wollte, habe ich klar auch körperlich trainiert: Ich wollte sicher sein, dass ich da hoch komme. Das gleiche gilt für Expeditionsgeschichten wie die über das Kanu-Paddeln oder Wanderungen durch Gegenden, in denen Grizzlys leben. Ich kann mir nicht erlauben, auf halbem Weg zu kapitulieren, wenn mir meine Verlage und Partner solche anspruchsvollen Reisen ermöglichen.

P.K.: Was waren deine nachhaltigsten Begegnungen in Kanada?

Ole Helmhausen: Ein Indianer Anfang dreißig von den Ojibwa auf Manitoban Island hat mich sehr beeindruckt. Er versuchte seine Leute über den Tourismus aus den Reservaten der Dritten Welt in die Erste Welt hoch zu hieven, schuf Arbeitsplätze und machte sie stolz auf ihre Stammeskultur. Gleichzeitig wollte er sein Volk auf die Touristen von auswärts vorbereiten, die wissen möchten, wie die Indianer damals und heute gelebt haben. Er war ehrlich bemüht, hoch intelligent und wortgewandt.

Dann haben mich immer wieder Leute bewegt, die ihr Leben im Alter von 50 oder mehr umdrehten, um etwas zu tun, das mit ihrem vorherigen Leben überhaupt nichts gemeinsam hat. Mich beeindruckt ihre Kompromisslosigkeit, ihr Mut, mit dem sie Berge versetzen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass sie das eigentlich nicht dürften, weil sie doch schon älter sind oder das Geld nicht haben. Solche Leute gibt es in Nordamerika weit mehr als in Deutschland mit seinen engen Strukturen. Dort denkt man in festen Bahnen, hat seinen Job vielleicht bis 60 und geht dann in Rente. Das Leben hört hier mit 60 nicht auf.


(Bild und Text: Peter Kensok)


 
Der zehnte Teil

Globalscout unterstützt den gemeinnützigen Verein
Peace Support Network e.V., Wuppertal
Friedensinitiativen in der Elfenbeinküste, Sri Lanka, Südafrika, USA und Kolumbien


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Begriff der Woche

Kula-Ring-Tausch

Die Trobriand-Inseln Melanesiens (westlicher Pazifik) sind etwa kreisförmig angeordnet. Getauscht werden im Uhrzeigersinn Halsketten aus kleinen roten Muschelplättchen (soulava) gegen Armreife aus weißen Muscheln (mwali). Diese Geschenke werden nahezu sakral „aufgeladen“ durch die Geschichten der Vorbesitzer. Jedes Kula-Geschenk muss nach einer angemessenen Zeit gleichwertig, wenn auch in anderer Gestalt, also mwali gehen soulava beantwortet werden und festigt damit über die Generationen hinweg die Beziehungen zwischen den Schenkenden. ... mehr

Bemerkt

Delphin in Hollywood
Delphinweibchen Winter bekommt eine Filmrolle in Hollywood. Sie lebt im Clearwater Marine Aquarium als weltweit erstes Tier mit einer Flossenprothese. Winter verlor ihre Schwanzflosse 2006 in einem Krabbennetz. Ihr Schicksaal wird nun verfilmt.


 

Abtauchen ins Fremde
Houston bietet mit "Historical Tours" ab sofort die Möglichkeit, in der viertgrößten US-Metropole eine Vielzahl unterschiedlicher Nationalitäten kennenzulernen. Die Touren führen durch die multinational geprägten Viertel der SpaceCity und geben umfassende Einblicke in die Lebensweise, Religion und Weltauffassung ihrer Bewohner.


 
Für Neugierige

"Forgotten Gateway"
Noch bis zum 11. September können Besucher der Insel Galveston bei Houston mehr über die Geschichte der Immigration nach Amerika lernen. Die Ausstellung „Forgotten Gateway“ zeigt die grundlegende Rolle des Eilands vor der texanischen Küste für Einwanderer im Zeitraum zwischen 1845 und 1924.



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