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Gern gesehen

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Andere Länder ...

Eine Frau aus Brasilien,
von den Fußknöcheln bis zum Hals in ihr Handtuch eingewickelt, schaut irritiert auf, als ein Mann die Sauna betritt: »Bei uns in Brasilien gibt es eigentlich keine gemischten Saunas.« »Seltsam«, antwortet der, »und ich dachte, ganz Brasilien sei eine gemischte Sauna.«

Randnotizen

Süßer Frühling
Von Mitte Februar bis Mitte April sind Neuenglands Farmer mit Eimern, Schläuchen und speziellen Bohrern unterwegs, um köstlichen Ahornsirup zu zapfen. Manche Farmen können sogar das ganze Jahr über besichtigt werden, zum Beispiel die Dakin Farm südlich von Burlington in Vermont.


deutschland - Husky-Spaß auch ohne Schnee

Sie fahren mit Ihrem Auto durch die Märchenlandschaft rund um Marburg und den Burgwald. Auf den Wiesen grasen urzeitliche Highland-Rinder und Galloways. Gerade noch denken Sie: Wie idyllisch! Da kreuzt, gespenstisch leise, ein Quad-Motorrad Ihren Weg, gezogen, was das Geschirr hält, von zehn eifrigen Schlittenhunden. – Würden Sie Ihren Augen trauen?

 

Besser Sie trauen Ihren Augen, denn in Amönau bei Marburg lebt einer der wenigen „Musher“ Deutschlands. Noch jedenfalls, denn der Schlittenhundeführer und Tierarzt Andreas Querengässer (47) träumt von Schweden. Dorthin möchte er schon bald samt Husky-Team und Lebensgefährtin Rebecca Arnold (45) auswandern.

Der Tierarzt Andreas Querengässer spannt an.

Gleich geht es los!

Tierarzt Dr. Andreas Querengässer spannt an.

Achtung! Gleich geht es los!

Als wir die beiden an jenem Wochenende besuchen, sind wir sehr überrascht. Elf neugierige Hunde in den Zwingern – und es ist mucksmäuschenstill. Bestenfalls können wir noch den Schäferhund des Nachbarn gut 500 Meter entfernt am anderen Ende des Wegs Am Hessler kläffen hören. Zudem kommt lediglich die Wilde Hilde mit ihren geheimnisvollen blauen Augen und dem blausilbrig-weißen Fell dem klassischen Husky-Bild am nächsten.

„Richtig gute Arbeitshunde haben etwas Jagdhund mit drin, so wie die Kinder von Jump“, erklärt Andreas. Die Mutter der meisten in seinem Team genoss in ihrer aktiven Zeit einen nahezu legendären Ruf als eine der ausdauerndsten Leithunde überhaupt. Noch immer möchte sie mit raus, wenn Miss Pepper, Hazel und die anderen angespannt werden.

Quad-Motorrad statt Hundeschlitten.

 

Rebecca Arnold - Husky-Fan seit fünf Jahren.

Ein umgebautes Quad als Trainingsgerät
für die Schlittenhunde.

 

Rebecca Arnold wurde in den letzten
fünf Jahren zum Husky-Fan.

Für die schneefreien Monate haben Andreas und Rebecca ein altes Quad-Motorrad umgebaut. Auch ohne Motor wiegt dieses ungewöhnliche Trainingsgerät noch drei Zentner. Mit zwei Erwachsenen oben drauf, müssen die zehn Hunde an diesem Tag 320 Kilo durch die Landschaft ziehen. Und sie freuen sich darauf! Denn als ihr Musher die Handbremse löst, macht das Gefährt einen kräftigen Satz nach vorne. Und ab geht die Post – an manchen Tagen etwa 30 Kilometer über die Felder und Wege des Burgwalds.

Die Rehe am Waldrand haben sich an das seltsame Gespann ebenso gewöhnt wie die Schafe, Galloways und Highlander auf den Wiesen. Stutzig scheinen lediglich die Hunde der Nachbarn zu sein, die zwischendurch mit dem Team um die Wette laufen. Wenn das Quad um die Kurven schlingert, kann sich Andreas voll auf sein Team verlassen. Die Hunde hecheln vorneweg. Der Musher von Amönau gibt in normaler Zimmerlautstärke seine Kommandos: „Gee!“ oder „Haw!“, und die Hunde mit ihren feinen Ohren wissen, dass sie rechts beziehungsweise links abbiegen müssen.

„Mit dem Schlitten wäre es leichter als mit dem Quad, aber wann gibt es hier schon Schnee?“, sagt Rebecca. Die gelernte Logopädin teilt inzwischen die Begeisterung für das Hobby ihres Lebensgefährten. Noch als Student hatte sich Andreas Mitte der 80er mit zwei Hunden einem anderen Musher angeschlossen. Inzwischen führt er mit eigenem Team Touren am Rand des Polarkreises bei Jokkmokk und Arvidsjaur in Schweden. Und er hat sogar den berühmten William „Iron Will“ Kleedehn beim kanadischen Yukon Quest, einem der härtesten Hundeschlittenrennen der Welt, als Tierarzt begleitet.

Streicheleinheiten nach getaner Arbeit. Im Idealfall geht es zweimal am Tag ins Gelände. Die Huskies haben guten Grund, sich darauf zu freuen, denn erst nach getaner Arbeit gibt es etwas zu fressen – und die wohlverdienten Streicheleinheiten.

Die Hunde verschwinden dann ganz gefügig in ihren jeweiligen Zwinger. Jeder bekommt einen eigenen Napf. Und wenn der Metzger aus dem benachbarten Münchhausen ein paar Rinderoberschenkel übrig hat, gibt es zum Knabbern auch noch etwas zwischendurch.

Wäre ich mit im Team, würde ich gerne vorne laufen, denn die „Hintermänner und -frauen“ bekommen den ganzen aufgewirbelten Dreck ab. Doch Andreas beugt dem Neid vor und spannt immer wieder andere geeignete Tiere in die erste Reihe. Und nach den Streicheleinheiten ist in den Zwingern ohnehin Putzen angesagt. Und die Huskys lecken sich ganz von selbst bis zur nächsten Quad-Runde blitzblank: „Fein gemacht!“

(Text / Bilder: Peter Kensok (4), Shireen Kensok (1), Stuttgart)

 

Rebecca Arnold und Andreas Querengässer setzen ihr Abenteuer Husky inzwischen in Skandinavien fort: www.fireweed-husky-kennel.com.


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